Gillbachbühne Evinghoven

gegründet 1986

Zum Henker mit den Henks

2003

Ein Comedy-Thriller von Norman Robbins,

deutsche Fassung von Axel von Koss

 

Es ist was faul im Monument House, dem Sitz der Familie Henk. Der Anwalt Mortimer Crayle, der die verbliebenen fünf Familienmitglieder ins Haus geladen hat, um das Erbe aufzuteilen, spielt offensichtlich kein ganz astreines Spiel. Und da die Henks seit vierhundert Jahren dafür bekannt sind, jeden aus dem Weg zu räumen, der ihnen nicht passt, kommt es sehr schnell zu einem ausgesprochen fröhlichen und schwarzhumorigen Morden, in das auch scheinbar Unbeteiligte hineingezogen werden.

 

 

 

Mitwirkende

Bilder

Oktavia Henk  Monika Weitz

Henrietta Henk Rita Bauer

Augustus Henk Jochen Steinbis

Athene Henk  Ulla Dzinballa

Fabia Henk  Ingrid Schmitz

Mortimer Crayle Helmut Zilliken

Joe Mapleton Bernd Bausen

Vernon Previtt Herbert Schroers

Edna Honeywell Christa Korschefski

Larry Lewis Hansi Engels

 

Regie: Helmut Schmitz

Regieassistenz: Helmut Heckenbach

Souffleuse: Gisela Steinbis

Pressestimmen

Der Theaterverein Gillbachbühne probt wieder

Wenn die ganze Familie Alleinerbe werden will

 

Evinghoven.Konnten die begeisterten Laienschauspieler zuletzt mit dem Boulevard-Klassiker „Pension Schöller" glänzen, steht zu Jahresbeginn 2003 der Comedy-ThrilIer „Zum Henker mit den Henks" auf dem Spielplan. Dass es dabei nicht ganz so düster zugehen wird, wie das an einen Italo-Westem erinnernde Plakat nahe legen könnte - es zeigt einen Aufgeknüpften vor dem Hintergrund der untergehenden Sonne - verbürgt bereits ein Aphorismus von Krimi-Altmeister Alfred Hitchcock:

 

„Alle schlechten Eigenschaften entwickeln sich in der Familie. Das fängt mit Mord an und geht über Betrug und Trunksucht bis zum Rauchen."

 

In der Krimikomödie des britischen Autors Norman Robbins spielen Auswüchse wie das Trinken und Rauchen indes nur eine untergeordnete Rolle, umso fleißiger wird dafür getrickst und gemordet. Anderes ist kaum zu erwarten, wenn eine aus Profi-Killern bestehende Familie wegen einer Erbschaftsangelegenheit in einem abgelegenen Anwesen zusammentrifft. Für jeden Einzelnen ist es eine leicht zu lösende Aufgabe, die Frage zu beantworten, wie er zum Alleinerben werden kann. Erschwert wird das Ganze freilich dadurch, dass angesichts des versammelten genetischen Materials die Gier recht gleichmäßig verteilt ist, was zu leicht voraussehbaren Komplikationen führt, die in zwei Akten ausgiebig entwickelt werden. Für die 1986 gegründete Gillbachbühne ist es mittlerweile das 17. Stück, das sie ihren treuen Fans präsentieren wird. Angesichts der ungebrochenen Popularität, der sich die Aufführungen des Theatervereins erfreuen, wird es nach Auskunft von Bühnenchef Herbert Schroers diesmal ein Novum geben. Statt wie bisher drei Mal an einem Wochenende, wird Anfang Januar, auf zwei Wochen verteilt, insgesamt vier Mal gespielt in der Turnhalle an der Widdeshovener Straße. Die Premiere ist am Samstag, 4.Januar, um 19 Uhr. Tags darauf öffnet sich der Vorhang bereits um 17 Uhr, während am 10. und 11. Januar um 20 Uhr, beziehungsweise 19 Uhr Vorstellungen geplant sind. In der Turnhalle beginnt am Sonntag, 15. Dezember um 11 Uhr der Kartenverkauf.

 

Neben einer Reihe bewährter Kräfte können zwei Mitglieder des Ensembles ihren Einstand auf der Bühne geben. Erstmals mit von der Partie sind Ulla Dzinbala und Helmut Zilliken. Während zehn Mitglieder der Gillbachbühne in dem Stück mitspielen, sind die übrigen 18 gleichfalls im Vorder- oder Hintergrund beschäftigt. Regie bei der schwarzen Krimi-Komödie führt einmal mehr Helmut Schmitz, der mit Dramaturg Helmut Heckenbach auch wieder für die Auswahl des Stücks verantwortlich zeichnet. Um die Technik kümmert sich erneut Heinz Reiter, während Souffleuse Gisela Steinbis in bewährter Manier dafür sorgen wird, dass - ohnehin nur höchst selten auftretende - „Hänger" im Text rasch ausgebügelt werden. S.M.

[Quelle: Neuss-Grevenbroicher-Zeitung vom 7.12.2002]

 

 

 

Die Krimi-Komödie "Zum Henker mit den Henks"

Mordhandwerk als Familientradition

 

Einen Beigeschmack von Wahrheit hat das Wort "Familienbande" einem Aphorismus von Karl Kraus zufolge. Weit über den bloßen Beigeschmack hinaus trifft dieser Begriff auf die Familie Henk zu, deren Wirken sich jetzt der Theaterverein Gillbachbühne gewidmet hat. Kriminelle Energie in ihrer reinsten Form ballte sich am Wochenende auf der Bühne der zum Theatersaal umfunktionierten Turnhalle.

 

Das begeisterte Publikum geizte am Ende nicht mit Applaus für den Zweiakter des Briten Norman Robbins. "Zum Henker mit den Henks" , so der Titel der schwarzen Krimi-Komödie, bleibt spannend bis zum Schluss, wobei Regisseur Helmut Schmitz die bereits im Stück selbst angelegten falschen Fährten durch den einen oder anderen Kniff noch etwas ausbauen und vertiefen konnte. Seit 400 Jahren gehen die Henks dem Mordhandwerk nach, dass, wie sich im Verlauf der Handlung zeigen wird, auch in den Seitenlinien der weit verzweigten Familie beherrscht wird.

 

Auf die Schliche gekommen ist ihnen Familien-Anwalt Mortimer Crayle (Helmut Zilliken), der nicht zuletzt darunter leidet, dass seine Notargebühren nur einen Bruchteil des von den Henks "zusammengemordeten Vermögens" ausmachen. Als sich die feine Familie in einem baufälligen Landsitz mitten im stilecht schaurigen Moor wegen einer Erbschaftsangelegenheit versammelt, wittert der Anwalt seine Chance. Doch er verschwindet als erster von der Bühne - wobei den Zuschauern lange vorenthalten wird, ob er einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist.

 

An Gier nicht nach steht dem Anwalt sein Sekretär Joe Mapleton (Bernd Bausen), der allerdings seine allzu gering ausgeprägten konspirativen Fähigkeiten vornehmlich durch Arroganz gegenüber dem Personal kompensiert - Edna Honeywell (Christa Korschefksy) und Larry Lewiss (Herbert Schroers) kommt (fast) durchgängig der komische Part im Stück zu. Über viele unangenehme Eigenschaften verfügt auch die Familie selbst, die sich zudem durch höchst individuelle Macken auszeichnet.

 

Dies gilt etwa für Octavia Henk (Monika Weitz), deren intensiver Kontakt zu den Geistern verstorbener Familienmitglieder sie zwar vor Mapletons Messer, aber nicht vor der tödlichen Pistolenkugel bewahren kann, mit der kurz vor Ende des ersten Akts das muntere Morden beginnt: Gearbeitet wird mit reinem Nikotin, unbekömmlichem Spray, dem Dolch, Schusswaffen und mit per Giftpfeil verschossenem Curare.

 

Insbesondere die weiblichen Familienmitglieder - Henrietta (Rita Bauer) und Athene (Ulla Dzinbala) vor allem Familien-Vamp Fabia Henk (Ingrid Schmitz) - verspritzen ihr Gift zunächst jedoch nur per Mundwerk. Angesichts des "munteren Damenkränzchens" pocht Augustus Henk (Jochen Steinbis) vergebens auf seine kaum vorhandene und sich zunehmend verflüchtigende Autorität, bis auch ihn ein Messer dahin rafft.

 

Ins Bett und anschließend ins Jenseits befördern möchte Fabia den wie per Zufall ins Haus geschneiten "Kinderclown" Larry Lewiss (Hansi Engels) - ein Vorsatz, der jedoch wie manch anderer zunichte gemacht wird. Am Schluss bietet das Stück noch einige Überraschungen. Es zeichnet sich eine Lösung ab, mit der aber nur die wenigsten rechnen konnten.

S. M.

[Quelle: Neuss-Grevenbroicher-Zeitung vom 6.1.2003]

 

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