Gillbachbühne Evinghoven

gegründet 1986

Kein Platz für Liebe

2005

(No Room for Love)

Eine Farce von Anthony Marriott und Bob Grant.

Ins Deutsche übertragen von Paul Overhoff.

 

 

Das Kaufmann Hotel hat zwar bessere Zeiten gesehen, aber nicht viel bessere. Dr. Gründel hat sich dieses Hotel ausgesucht, um das Betriebsklima mit seiner Sprechstundenhilfe Mona zu verbessern. Aber was macht seine Frau hier? - Das ist eins der Probleme, mit dem sich der Hotelmanager zu befassen hat. Musiker und junge Flitterwöchner machen ihm zusätzlich das Leben schwer. Das Chaos beherrscht die Hotelflure. Zimmer und Koffer werden in halsbrecherischem Tempo verwechselt - bis nur ein stecken gebliebener Lift noch für Atempausen sorgen kann.

Mitwirkende

Bilder

Klaus Kartmann - Hotelmanager Bernd Bausen

Johann - Hotelportier Helmut Zilliken

Georg Gründel - Arzt-Hotelgast-Golfspieler Herbert Schroers

Carmen - Gründels Ehefrau und Harfenistin Ingrid Schmitz

Mona Unger - Sprechstundenhilfe und Geliebte  Christa Korschefsky

Robert Schmidt - Hotelgast in den Flitterwochen  Hansi Engels

Julia - seine soeben angetraute Ehefrau  Ulla Schürmann

Stefan Horn - Hotelgast und Hornist Herbert Schroers

Ellen - seine Ehefrau Jo Steinbis

 

Regie: Helmut Schmitz

Regieassistenz: Helmut Heckenbach

Souffleuse: Gisela Steinbis

Pressestimmen

<>10 - 10

Viel Verwirrung in der Liebessuite

 

Anfang Januar ist wieder Theaterzeit bei der Evinghovener Gillbachbühne. Insgesamt fünf Mal wird sich ab dem 7. Januar in der Turnhalle an der Widdeshovener Straße der Vorhang heben, wenn der Theaterverein sein neuestes Stück präsentiert. Seit Anfang Oktober probt die Gillbachbühne um ihren Vorsitzenden Herbert Schroers jeweils donnerstags und samstags für die Aufführung der Verwechslungskomödie „Kein Platz für Liebe“ aus der Feder der beiden britischen Autoren Anthony Mariott und Bob Grant.

 

Die von Paul Overhoff ins Deutsche übertragene Posse spielt sich in einer Hotelsuite zwischen Musikern, Flitterwöchnern und Liebespaaren ab, die sich allesamt dadurch auszeichnen, dass sie den gleichen Namen tragen - was natürlich Stoff zuhauf für die tollsten Verwechslungskapriolen bietet. Besondere Anforderungen stellt diesmal das Bühnenbild, denn im Verlauf der Farce werden sich nicht weniger als neun Türen schließen, öffnen und wieder schließen, um den Handlungsstrang in ein unentwirrbares Knäuel zu verwandeln.

 

Anders als in den vergangenen Jahren wird derzeit nicht in der Turnhalle geprobt, sondern bei Heinz und Martha Reiter. Den Grund für den nötig gewordenen „Umzug“ schildert Herbert Schroers wie folgt: „Wir haben einen fast identischen Nach-, beziehungsweise Aufbau der Kulisse. Die Szenen wechseln so schnell und müssen nahtlos ineinander greifen, dass ohne eine zumindest fast fertige Kulisse die Proben in der Turnhalle im Prinzip reine Sprechproben geworden wären.“

 

Nach inzwischen einmonatigen Proben in Martha Reiters Atelier sitze der erste Akt des Stücks bereits recht gut, sagt der Chef des Theatervereins, für den die Schauspieler eben dank des bereits vorhandenen Aufbaus schon „wesentlich weiter im Stück“ sind , als bei den Proben der vergangenen Jahre.

 

Heinz Reiter zeichnet bei der Gillbachbühne bereits seit langem für die Technik verantwortlich, während seine Frau Martha das jeweils nötige Bühnenbild anfertigt. Ab 27. November will der Theaterverein dann auf die komplett errichtete Bühne in der Turnhalle wechseln, wo dann die heiße Phase der Vorbereitungszeit beginnt.

 

Bei der Boulevardkomödie spielen vier weibliche und fünf männliche Darsteller. Die übrigen Mitglieder des insgesamt mehr als 30-köpfigen Theatervereins machen sich kurz nach Neujahr rund um die Bühne, beziehungsweise in der im Feuerwehrraum untergebrachten Theaterklause nützlich.

 

Regie bei „Kein Platz für die Liebe“ führt wiederum Helmut Schmitz, der das Stück bereits im Sommer ausgewählt hat und sich wie sein Regie-Assistent Helmut Heckenbach durch einen sicheren Instinkt für den Geschmack des Publikums auszeichnet. Dass auch im 19. Jahr des Bestehens der Gillbachbühne Anfang 2005 die zum Theatersaal umfunktionierte Turnhalle rappelvoll sein wird, unterliegt nach den Erfahrungen der vergangenen zwei Jahrzehnte keinem Zweifel.

 

Die heiß begehrten Tickets sind in der Regel im Handumdrehen ausverkauft und so sind die Theaterfans bestens beraten, sich den dritten Adventssonntag, 12. Dezember vorzumerken: Ab 11 Uhr läuft dann im Feuerwehrraum der Vorverkauf. Gespielt wird wieder an zwei Wochenenden: Nach der Premiere am 7. Januar ab 20 Uhr , geht es am 8. und 9.Januar um 19 Uhr , beziehungsweise 17 Uhr weiter. Am Freitag, 14. Januar wird erneut ab 20 Uhr gespielt und tags darauf folgt ab 19 Uhr die letzte Vorstellung.

[Quelle: ngz-online, Neuss-Grevenbroicher Zeitung - 6.11.2004]

 

 

 

Sieben Türen, drei Ehepaare und eine Geliebte

Spielfreude im Verwechslungschaos

Zu den unentbehrlichen Bestandteilen einer Boulevard-Komödie gehört ein ausreichender Bestand an Türen, die sich im (un-)passendsten Moment öffnen lassen, ebenso wie ein haarsträubendes Szenario in punkto Liebesdingen. Reichen Gebrauch von beiden Zutaten haben Anthony Marriot und Bob Grant in ihrer von Paul Overhoff verdeutschten Farce „Kein Platz für Liebe“ gemacht: Man nehme sieben Türen zuzüglich dreier Ehepaare plus einer Geliebten.

 

Als Beilage gibt es einen inkompetenten Hotelmanager inklusive eines seine Trotteligkeit durch Unverschämtheit kompensierenden Hoteldieners. Die Unzahl der rein rechnerisch vor diesem Hintergrund möglichen Konstellationen haben Mariott und Grant zwar mitnichten ausschöpfen können. Gleichwohl legten sie sich gehörig ins Zeug, das Bäumchen-wechsel-dich-Spiel Abend füllend auf die Spitze zu treiben.

 

Auch wenn der Überblick über das bunte Treiben kaum noch zu behalten war, zeigten sich die Zuschauer beim Theaterverein Gillbachbühne begeistert von dem Spektakel. Erstmals mit einer neuen Bühne ausgestattet, sprühte das Ensemble in der ausverkauften Turnhalle vor Spielfreude und wurde nach gut zweieinhalb Stunden mit lang anhaltendem Beifall für eine gelungene Leistung belohnt, mit der sich auch Regisseur Helmut Schmitz und sein Assistent Helmut Heckenbach überaus zufrieden zeigten.

 

Alles beginnt damit, dass der Arzt Georg Gründel (Herbert Schroers) sich mit seiner Sprechstundenhilfe Mona Unger (Christa Korschefski) ein vergnügliches Wochenende in einem Landhotel gönnen will, das gründlich misslingt. Verantwortlich hierfür sind Portier Johann (Helmut Zilliken), der das Zimmer versehentlich gleich doppelt belegt, sowie Gründels unversehens auftauchende Ehefrau Carmen (Ingrid Schmitz), die sich samt ihrer Harfe auf ein Konzert vorbereiten möchte.

 

„Doppelbelegung“ Robert Schmidt (Hansi Engels) leidet ganz erheblich unter dem Schluckauf, der seine Frau Julia (Ulla Schürmann) befällt, wenn sie an die Hochzeitsnacht denkt. Ehe diese für die von ihrem Tick kurierte Julia anbrechen kann, ist die erste handfeste Ehekrise zu bewältigen. Wie es die Dramaturgie nun einmal verlangt, geben im Bett des guten Robert nämlich alle anderen Damen ebenso unwissentlich ein kurzes Gastspiel wie auch Georg Gründel.

 

Sind die Missverständnisse erst einmal aufgedeckt, veranlassen der stets penetrant parfümierte Direktor Klaus Kartmann (Bernd Bausen) und Portier Johann mit großem Hallo den nötigen Zimmerwechsel. Schon kurz nach seiner Ankunft bringt der Hornist Stefan Horn (Jochen Steinbis) seine zutreffende Beobachtung auf den Punkt, dass das Hotel von Verrückten bevölkert sei.

 

Bereichert wird das ohnehin schon eindrucksvolle Panoptikum zudem durch ihn selbst und seine trinkfeste Frau Ellen (Liza Zillmer). Obschon bereits angesäuselt angereist, dezimiert diese heldenhaft auch den im Hotel vorrätigen Alkoholbestand und trägt so das Ihre zu den Turbulenzen bei, die sich aber zumindest für Robert und Julia Schmidt letztlich in Wohlgefallen auflösen.

S.M.

 

[Quelle: ngz-online, Neuss-Grevenbroicher Zeitung - 10.1.2005]

 

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