Gillbachbühne Evinghoven

gegründet 1986

Otello darf nicht platzen

2007

Eine Farce in 2 Akten

von Ken Ludwig

Deutsch von Ursula Lyn

 

Eine Stadt im Tito Merelli-Fieber! Der weltberühmte Opernstar hat ein Gastspiel als Otello zugesagt.

Max, Assistent der Theaterleitung und leidenschaftlicher Amateursänger, wartet mit seiner Freundin Maggie seit Stunden in der Hotelsuite auf den Tenor. Der Operndirektor befürchtet das Schlimmste. Endlich erscheint Merelli mit seiner Frau, und Maggie versteckt sich im Badezimmer. Merelli weigert sich an der Generalprobe teilzunehmen. Er fühlt sich unwohl, weil er zu viel gegessen und getrunken hat. Da Maggies Versteck zum häufig frequentierten Ort wird, flüchtet sie in den Wandschrank. Dort wird sie von Merellis eifersüchtiger Gattin entdeckt, die tobend abrauscht, nicht ohne einen dramatischen Abschiedsbrief zu hinterlassen.

Im Auftrag des Operndirektors soll Max auf den Star aufpassen. Die beiden Männer freunden sich an, trinken ein bisschen zusammen, und Tito gibt Max eine Gesangstunde. Als Tito entdeckt, dass ihn seine Frau verlassen hat, will er sich aus Verzweiflung umbringen. Vollgepumpt mit Medikamenten sinkt der Weltklassetenor in einen Tiefschlaf.

Vergeblich versucht Max, ihn vor der Vorstellung zu wecken. Da entdeckt er den Abschiedsbrief und ein leeres Pillenröhrchen auf dem Nachttisch. Max glaubt, dass der Brief von Tito sei und vermutet einen Selbstmordversuch. Aber "Otello" darf nicht platzen und so überredet der verzweifelte Intendant des Theaters Max, die Rolle zu übernehmen.

Kaum ist der falsche Otello in Kostüm und Maske in Richtung Bühne unterwegs, erweist sich auch der Heldentenor wieder als quicklebendig und möchte partout seinen Part singen....

 

OTELLO DARF NICHT PLATZEN wurde am Broadway 1985 uraufgeführt und erhielt den Tony-Award als bestes Stück. 1986 wurde das Stück im Londoner Globe Theatre produziert und für den Sir Laurence Olivier Award als Komödie des Jahres nominiert.

Im deutschsprachigen Raum erlebte die schwungvolle Boulevard-Komödie rund um die Bretter, die die Welt bedeuten, bis heute 110 Produktionen.

Mitwirkende

Bilder

Max - "rechte Hand" des Operndirektors  Hansi Engels

Maggie - Freundin von Max, Tochter des Operndirektor  Cora Nehring

Sanders - Operndirektor Bernd Bausen

Tito Merelli - ein weltberühmter Tenor,  Herbert Schroers

von seinen Fans auch

"Lo Stupendo" genannt

Maria - Titos Frau  Ingrid Schmitz

Page  Gabi Schmitz

Diana - Opernsängerin Liza Zillmer

Julia Leven - Vorsitzende der Operngilde  Ulla Dzinballa

 

Regie Helmut Schmitz

Regieassistenz  Helmut Heckenbach

Technische Leitung  Albert Dzinbala

Ton  Sebastian Bausen

Licht  Richard Rittner

Souffleusen  Gisela Steinbis

<>28 - 28

Pressestimmen

Erotische Attacken mit Happyend

VON SEBASTIAN MEURER

 

Zuschauer, die die Premiere gestern Abend nicht gesehen haben, gleichwohl Karten für „Otello darf nicht platzen" besitzen, sind im Vorteil: Ihnen steht das Vergnügen noch bevor, das gestern das Publikum bei der Erstaufführung des turbulenten Vierakters von Ken Ludwig hatte. Zwei Stunden lang kommt keine Sekunde Langeweile auf - pointenreichen Dialoge, eine turbulente Handlung und eine vor Spielfreude sprühende „Gillbachbühne" werden den Zuschauern unter der Regie von Helmut Schmitz an diesem sowie am kommenden Wochenende noch vier Mal einen gelungenen Theaterabend bescheren.

 

EVINGHOVEN - Seit seiner Uraufführung 1985 am Broadway gehört die Komödie längst zum schon „klassischen" Bestand des Boulevard-Theaters. Vom Verwechslungsspiel über das die Handlung tragende Missverständnis bis hin zu den sich immer zur Unzeit öffnenden Türen sind natürlich alle gängigen Zutaten des Boulevards vertreten. Dennoch ist das Stück um mehr als nur einen Tick besser, als die oft am Fließband hergestellte Standardware des Boulevard-Theaters. Der weltberühmte Opernstar Tito Merelli (Herbert Schroers) rauscht nebst Gemahlin Maria (Ingrid Schmitz) mit gebührender Verspätung im Hotel an: An der Generalprobe für Verdis „Otello" mag er nicht teilnehmen. Verdauungsbeschwerden und „all italiana" geführte Wortgefechte mit seiner vor Eifersucht glühenden Frau sorgen für ein gesteigertes Ruhebedürfnis des kapriziösen Tenors.

 

Auch wenn er ansonsten kein Kostverächter ist, kann er ausnahmsweise mal nichts dafür, dass er sich heftiger erotischer Attacken ausgesetzt sieht: Maggie (Cora Nehring), Tochter von Opernbesitzer Sanders (Bernd Bausen) und Opernsängerin Diana (Liza Zillmer) konkurrieren mit stürmischem Elan um seine stets leicht zu erringende Gunst, die Vorsitzende der Operngilde (Ulla Dzinballa) schwärmt eher aus der Ferne und Maria reist wutentbrannt ab, nachdem sie des Direktors Töchterlein im Schlafzimmerschrank erwischt hat.

 

Titos Selbstmordversuch endet im Tiefschlaf, Operndirektor Sanders und dessen hauseigenes Faktotum Max (Hansi Engels) halten ihn jedoch gleichwohl für tot. Da beim Direktor der rollende Rubel stets vor der Liebe zur Kunst rangiert, muss der „Otello" flugs neu besetzt werden: Max darf die ersehnte Rolle nun doch übernehmen, der bald bestens ausgeschlafene Tito wird von der Polizei als Irrer gesucht, als er ins Theater will. Max kann erst als vermeintlicher Tito endlich seine Maggie erringen, während der „echte" Tenor unverhofft mit Kollegin Diana eine Nacht verbringt - ehe es mit Volldampf zurück in den Hafen der Ehe geht. Temperamentsbolzen Maria drängt es zurück zum Gatten und im Handumdrehen serviert die resolute Ehefrau die ihr nicht gewachsenen Konkurrentinnen in einem Aufwasch ab.

 

Stück für Stück lösen sich die Verwicklungen auf und wie es sich gehört, kommt auf jeden Topf der passende Deckel: Bei Tito und Maria ist alles wieder beim Alten, und Maggie hat endlich so viel erlebt, dass sie den falschen Tenor nun auch als echten Max nicht verschmäht. Um das ohnehin schon rasante Tempo der Komödie noch zu steigern, wird das Ganze noch durch eine Pointe gekrönt: Im Schnelldurchlauf von zweieinhalb Minuten gibt es zum Finale alle Szenen des Stücks als Zugabe noch einmal im Zeitraffer. Rauschender Beifall!

 

[Quelle: NGZ]

 

© Gillbachbühne Evinghoven